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  • Gesundheitsreform bringt Mehrklassen-Medizin

  • Finanzpolitische Interessen im Vordergrund - staatliche Bevormundung von Patienten und Ärzten.

  • 14.06.2012
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  • Massive Bedenken äußerte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, gegen die von Bund, Ländern und Sozialversicherungen soeben verkündete Einigung zur geplanten Gesundheitsreform. Diese stelle finanzpolitische Ziele in den Vordergrund, diene in erster Linie der Entlastung der Länderbudgets und höhle mittelfristig den niedergelassenen Bereich aus, kritisierte Dorner in einer Aussendung.

  • Partnerschaft zwischen Ärzten und Sozialversicherungen gekündigt

  • So sei damit zu rechnen, dass die fachärztliche Versorgung aus dem niedergelassenen Bereich in medizinische Versorgungszentren verlagert werde, die wiederum in "abgespeckten" Spitälern errichtet würden. Die bewährte Partnerschaft zwischen Ärzten und Sozialversicherungen werde de facto aufgekündigt, ein von der Politik diktierter Stellenplan würde die Vertragsfreiheit ersetzen, um damit einen wesentlichen Teil der Gesundheitsversorgung in die Zentren zu verschieben, die in den Spitälern errichtet würden. Dorner: "So motiviert man junge, engagierte Medizinerinnen und Mediziner sicher nicht dazu, eine eigene Ordination zu führen, erst recht nicht, wenn die fachärztliche Versorgung ohnehin in die Spitäler verlagert werden soll." Als Mittel gegen den drohenden Ärztemangel vor allem am Land sei diese Maßnahme denkbar ungeeignet, so der oberste Ärztevertreter. Der wohnortnahen Versorgung werde somit der Geldhahn zugedreht.

    Überhaupt nichts hält der Ärztechef von der Koppelung des Gesundheitsbudgets an das Bruttoinlandsprodukt: "Was passiert in Zeiten von Wirtschafts- und Finanzkrisen? Stagniert dann auch die medizinische Versorgung?", so Dorner. Der Gesundheitszustand der Menschen richte sich ja nicht nach dem Wirtschaftswachstum, im Gegenteil: Es sei erwiesen, dass sich die Gesundheit in Krisenzeiten verschlechtere. Die vitalen Bedürfnisse kranker Menschen dürften sich nicht an "virtuellen Finanztöpfen" orientieren. Dorner: "Wir steuern geradewegs auf eine Mehrklassen-Medizin zu. Medizinische Leistungen wird es in vollem Umfang nur noch für jene geben, die sich einen Privatarzt leisten können." Das angepeilte Einsparungsziel von 3,5 Mrd. Euro bis zum Jahr 2016 führe notgedrungen zu Verschlechterungen und gehe zu Lasten der Patienten, bekrittelte der Ärztepräsident.

  • Gesundheitspolitisches Programm erarbeitet mehr (mehr...)

  • Quelle: Österreichische Ärztekammer - Marke: Ärztekammer

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