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  • Neue Art der Behandlung der Alkoholkrankheit

  • Therapieziel Reduktion statt absolute Abstinenz.

  • 26.07.2012
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  • Etwa 340.000 Österreicherinnen und Österreicher sind Alkohol-krank. Weitere 760.000 konsumieren regelmäßig Alkoholmengen, die ein beträchtliches gesundheitliches Risiko darstellen. Die Lebenserwartung alkoholabhängiger Frauen ist um durchschnittlich 20 Jahre, die von Männern um 17 Jahre verringert. "Das Bewusstsein, dass die Alkoholkrankheit nicht eine ‚Charakterschwäche' oder ‚Willensschwäche' ist, sondern eine hochkomplexe, ernst zu nehmende psychische Erkrankung, die möglichst frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden sollte, ist allerdings noch viel zu wenig verbreitet", so Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek (Institutsvorstand und Ärztlicher Leiter am Anton Proksch Institut, Wien).

    Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht eine Einstellungsänderung bei den betroffenen Personen oder deren Therapie, und beugt Schädigungen in späteren Phasen der Abhängigkeit vor. Bis zu 75 Prozent der Frauen und mehr als 50 Prozent der Männer, die sich in stationäre Therapie begeben, weisen bereits zumindest eine komorbide Störung auf. Viele von ihnen haben mindestens zwei zusätzliche psychische Erkrankungen, besonders häufig Depressionen und Angststörungen. "Der Verein "Alkohol ohne Schatten' hat sich zum Ziel gesetzt, im Zusammenhang mit problematischem, gesundheitsschädigendem Alkoholkonsum auf möglichst breiter Basis zu enttabuisieren, zu informieren und zu helfen", so Vereins-Präsident Prof. Musalek. "Ziel sind auch Verbesserungsvorschläge für das Schaffen einer flächendeckenden Struktur für die Früherkennung und frühzeitige Behandlung. Und wir wollen dazu beitragen Maßnahmen zu entwickeln, die Menschen dabei unterstützen, einen genussvollen, nicht selbstschädigenden Umgang mit Alkohol zu erlernen."

  • Prof. Ludvik: Alkohol kann langfristig eine Reihe von Organen ernsthaft schädigen

  • "Vergegenwärtigt man sich den Weg des Alkohols durch den menschlichen Körper, so kann er auf diesem Weg langfristig eine Reihe von Organen ernsthaft schädigen", so Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik (Univ.-Klinik für Innere Medizin III, MedUni/AKH Wien): Bei zunehmender Alkoholmenge steigt das Risiko für Mund- und Kehlkopfkrebs auf das 5,4-fache, für Speiseröhrenkrebs auf das 4,4-fache, für Leberkrebs auf das 3,6-fache und für Brustkrebs auf das 1,6-fache. Auch Krebs im Magen oder Darm sowie der Bauchspeicheldrüse treten bei regelmäßigem, hohem Alkoholkonsum häufiger auf. Das frühe Stadium alkoholbedingter Lebererkrankungen ist die alkoholbedingte Fettleber. Bei Alkoholverzicht können sich die Veränderungen zurückbilden. Die Alkohol-Hepatitis entsteht, wenn eine bestehende Fettleber durch massiven Alkoholkonsum weiter belastet wird. Die alkoholbedingte Leberzirrhose führt zu irreversiblen Veränderungen des Lebergewebes.

    Alkohol-Dauerkonsum schädigt Herz und Gefäße, u. a. durch Bluthochdruck und erhöhte Triglycerid-Werte. In der Folge kommt es u. a. zu erhöhtem Schlaganfall-Risiko. Alkohol hat viele Kalorien, die sich als Übergewicht auswirken und damit einen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten darstellen. Alkohol kann bei Menschen mit Diabetes zu Unterzuckerung führen. Dauerhafter Alkoholkonsum in größeren Mengen schwächt das Immunsystem. Eine Spätfolge ist die Schädigung der Gehirnzellen und der peripheren Nerven. Chronisch übermäßiger Alkoholkonsum kann zu eine schweren Störung der Sexualhormone führen. Das bedeutet bei Männern eine verminderte Testosteron-Produktion und ein Schrumpfen der Hoden, mit den Konsequenzen Libidoverlust und Impotenz. Bei Frauen führt bereits mäßiger Alkoholkonsum zu höheren Östrogenwerten. Das kann einerseits das Herzinfarkt-Risiko verringern, andererseits das Brustkrebs-Risiko erhöhen.

    "Diese - nicht vollständige - Aufzählung veranschaulicht, dass der Dauerkonsum von Alkohol auf hohem Niveau mit hoher Wahrscheinlichkeit zu massiven Schädigungen führt. Das hat nicht nur gesundheitliche, sondern auch soziale und volkswirtschaftliche Implikationen", so Prof. Ludvik. "Das ist kein Plädoyer für den Totalverzicht auf Alkohol bei gesunden Menschen, sondern soll die Motivation unterstützen, Alkohol maßvoll und kontrolliert zu trinken: Sich damit etwas Gutes zu tun, ohne dafür kurz- oder langfristig einen hohen gesundheitlichen Preis zahlen zu müssen."

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  • Unterstützen Sie die Vereinsziele - Information unter www.alkoholohneschatten.at mehr (mehr...)

  • Quelle: Alkohol ohne Schatten

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