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  • Löschung des Schmerz-Gedächtnisses durch Opioide

  • Dieser Wirkmechanismus von Opiaten war zuvor unbekannt.

  • 01.11.2012
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  • "Über kurze Zeit gegebene hochdosierte Opioide können eine Form des sogenannten Schmerzgedächtnisses löschen", erklärt Univ.-Prof. Dr. Jürgen Sandkühler (Leiter des Zentrums für Hirnforschung, MedUni Wien, Mitglied des Vorstands der ÖSG) im Rahmen der 12. Österreichischen Schmerzwochen. Bisher war von Opioiden lediglich bekannt, dass sie die Weiterleitung von Schmerzreizen im Rückenmark hemmen. "Opioide sind hoch wirksam, indem sie die Informationsübertragung der sensiblen Nervenfasern für Schmerz (Nozizeptoren) auf die nachgeschalteten Nervenzellen im Rückenmark unterdrücken", führt der Forscher aus. Daher werden Opioide vor allem bei nozizeptiven - durch normale Schmerzreize ausgelösten - Schmerzen eingesetzt.

  • Kurzfristige Hemmung der Schmerzübertragung

  • Prof. Sandkühler und sein Team hatten bereits zuvor in einer anderen Studie gezeigt, dass es an genau den Kontaktstellen (Synapsen) zwischen den sensiblen Nervenfasern und den Nervenzellen im Rückenmark, an denen Opiate die Reizweiterleitung hemmen, Schmerzreize eine langanhaltende Schmerzverstärkung (Synaptische Langzeitpotenzierung) verursachen können. Dieser Mechanismus gilt als eine klinisch relevante Form der Schmerzverstärkung, z.B. bei degenerativen Veränderungen, Entzündungen, Verletzungen oder nach chirurgischen Eingriffen. In ihrer neuen, 2012 im Wissenschaftsjournal "Science" publizierten Studie konnte Ass.-Prof. Dr. Ruth Drdla-Schutting aus der Arbeitsgruppe von Prof. Sandkühler nachweisen, dass die Gabe von hochdosierten Opioiden über einen Zeitraum von nur einer Stunde diesen Schmerzverstärker zumindest zeitweise wieder ausschalten kann. "Das Opiat bewirkt dabei einerseits eine kurzfristige Hemmung der Schmerzübertragung, andererseits hat es eine langfristige Wirkung und kann die gesteigerte Signalübertragung wieder normalisieren", erklärt Prof. Sandkühler.

    Dieser Wirkmechanismus von Opiaten war zuvor unbekannt. "Diese neue Opiatwirkung blieb bislang unentdeckt, weil offenbar niemand zuvor systematisch Opiate so kurz und so hoch dosiert gegeben hat wie wir", vermutet Prof. Sandkühler. Üblicherweise werden Opioide möglichst niedrig dosiert und über einen längeren Zeitraum verabreicht.

  • Klinischer Nutzen wird überprüft mehr (mehr...)

  • Quelle: ÖSG

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