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  • Prinz Friedrich von Homburg am Burgtheater

  • Von Heinrich von Kleist.

  • 16.11.2012
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  • Der Prinz von Homburg missachtet einen Befehl des Kurfürsten und wird deshalb - obwohl er die brandenburgischen Truppen zum Schlachtsieg geführt hat - zum Tode verurteilt. In Prinz und Kurfürst steht sich der menschliche Dualismus von Vernunft und Trieb, Sittlichkeit und Sinnlichkeit, Herz und Verstand, Gesetz und Gefühl gegenüber.

    Andrea Breths kluge, ganz auf Kleists Sprache konzentrierte Inszenierung stellt die Kontroverse des Prinzen mit dem Kurfürsten in den Mittelpunkt. Es ist eine Art Vater-Sohn-Konflikt, beide sind Rivalen um die Macht. Das Bühnenbild: nebelverhangene Baumstümpfe und abstrakte Räume, die teilweise mit wunderschönen Holzsesseln, die man selbst gerne im eigenen Wohnzimmer stehen hätte, bestückt sind. August Diehl brilliert in der Rolle des jungen Prinzen. Er spielt einen egomanischen, irrationalen, unberechenbaren Schwärmer und Traumtänzer, der in seiner Todesangst sogar die Geliebte verrät. Peter Simonischek gibt seinen Gegenspieler, den Kurfürsten, souverän als intelligenten, trickreichen Machtpolitiker. Pauline Knof ist eine bezaubernde Prinzessin Natalie, die um ihren Geliebten kämpft und ihn schließlich verliert.

    Hans-Michael Rehberg berührt als Kottwitz, der seine Sympathie für den jungen Prinzen, in dem er sich offenbar selbst sieht, nicht verbergen kann. Udo Samel ist ein herrlich devot-gemeiner Feldmarschall und Roland Koch offenbart den Neider im vordergründig vernünftigen Hohenzollern. Andrea Clausen eine elegante Kurfürstin, die anders als das junge Mädchen längst in melancholischer Resignation erstarrt ist und die Männerherrschaft akzeptiert hat. Elisabeth Orth hat leider kaum Text als Kammerfrau, was sie mit köstlichem Mienenspiel aber reichlich ausgleicht.

    Zweieinhalb pausenlose Stunden taucht man in die Welt von Kleist ein, spektakuläre "Aktionen" oder verwirrendes "Regietheater" bleiben aus. Wohltuend, wenn es auch solche Inszenierungen gibt. Burg sei Dank!

  • Quelle: MED-Reporter.at / Stefan Franke

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