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  • Folgen der Grippe noch immer verharmlost

  • Impfung und antivirale Therapie gegen Grippekomplikationen selten genützt.

  • 21.11.2013
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  • Die Influenza ist eine in ihrer Gefährlichkeit stark unterschätzte Infektionskrankheit, da sie oft mit banalen grippalen Infekten gleichgesetzt wird, die teilweise auch eine ähnliche Symptomatik aufweisen, aber durch völlig andere Viren ausgelöst werden. Gefährlich ist die "echte" Grippe vor allem weil sie innerhalb weniger Tage massenweise auftritt und ihr Verlauf zum Unterschied von grippalen Infekten sehr unberechenbar ist. Allerdings haben Influenzaviren auch einen Vorteil im Vergleich zu den Erregern von grippalen Infekten: man kann sich gegen sie impfen lassen und man kann eine ausgebrochene Influenzainfektion gezielt antiviralen Medikamenten bekämpfen. Beide Möglichkeiten werden aber in Österreich trotz klarer Richtlinien auf nationaler 1) und internationaler 2,3) Basis selten genützt, nämlich von weniger als 10% der Bevölkerung bzw. der Grippepatienten. Sie setzen sich so einem zumindest teilweise vermeidbaren Risiko aus, besonders wenn sie an chronische Erkrankungen leiden oder über 60 Jahre alt sind.

    In anderen Ländern wie z.B. in Japan werden Grippekranke standardmäßig meist schon in den ersten Stunden nach Auftreten der typischen Symptomatik antiviral behandelt. Den Erfolg dieser breiten und frühen Therapie konnte man während der letzten H1N1v Pandemie beobachten: Japan hatte die bei weitem niedrigste Rate an schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen aller Länder weltweit 1)

  • Frühe antivirale Therapie bei Risikopatienten

  • Neuraminidasehemmer blockieren gezielt die Vermehrung und Freisetzung von Influenzaviren im Körper, bekämpfen damit die Infektion kausal und können somit den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Je später der Therapiebeginn, desto geringer ist der Nutzen der Therapie. Dies gilt für jede Stunde, die ungenützt verstreicht. Das enge Zeitfenster von maximal 48 Stunden liegt an der speziellen Vermehrungskinetik des Influenzavirus, die eben sehr rasant verläuft.

    Eine frühzeitige Therapie kann den Verlauf der Influenzainfektion abschwächen und die Regenerations- bzw. Erholungsphase nach der Infektion deutlich verkürzen. Der wichtigste Nutzen ist aber zweifellos die Reduktion von Akut- und Spätkomplikationen und die Reduktion der Übersterblichkeit infolge der Infektion. Dies wurde in zahlreichen internationalen Publikationen aufgezeigt und steht in Übereinstimmung mit den aktuellen Empfehlungen nationaler2) und internationaler Fachorganisationen 3, 4). In diesen gefordert, dass eine antivirale Therapie bei allen Risikopatienten für einen schweren Krankheitsverlauf so früh wie möglich erfolgt. Das sind vor allem Patienten mit chronischen Erkrankungen und Personen über 60 Jahre.

    Literatur
    1 Sugaya et al., Widespread use of neuraminidase inhibitors in Japan; J Infect Chemother (2011) 17:595-601
    2 Consensus Statement "Therapie der Grippe" der Österreichischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten, Supplementum zur Österreichischen Ärztezeitung Nov. 2010
    3 WHO Guidelines for Pharmacological Management of Pandemic Influenza A(H1N1) 2009 and other Influenza Viruses, Feb 2010 http://www.who.int/csr/resources/publications/swineflu/h1n1_use_antivirals_20090820/en/index.html
    4 Centers for Disease Control and Prevention, MMWR Recommendations and Reports / Vol. 60 / No. 1 January 21, 2011; http://www.cdc.gov/media/haveyouheard/stories/Influenza_antiviral.html; http://www.cdc.gov/flu/professionals/antivirals/index.htm

  • Quelle: MED-Reporter.at

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