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  • Schulärzte: Früherkennung und zügige Behandlung

  • Schulärzte sind wichtige Drehscheibe zwischen Eltern, Schülern, Lehrern und behandelnden Ärzten.

  • 06.11.2014
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  • Sehr oft seien es die Schulärztinnen und -ärzte, die Eltern auf gesundheitliche Probleme ihrer Kinder aufmerksam machen und so dafür sorgen, dass rechtzeitig eine Behandlung beim Kinderarzt, Allgemeinmediziner oder bei entsprechenden Fachärzten startet, sagte der Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) und Leiter des Schulärzte-Referats, Karl Forstner, am Dienstag in einer Aussendung. Forstner reagierte damit auch auf jüngste Aussagen von Hauptverbandschef Peter McDonald, wonach eine Präventionslücke zwischen Mutter-Kind-Pass und der Vorsorgeuntersuchung für Erwachsene klaffe.

    Schulärztinnen und -ärzte begleiten die meisten "ihrer" Kinder über Jahre hindurch. Aber auch bei Schulwechsel gewährleisten österreichweit einheitliche Untersuchungsblätter eine kontinuierliche Dokumentation der gesundheitlichen Entwicklung. Allerdings, kritisierte der ÖÄK-Vizepräsident, gebe es nach wie vor keine statistische Auswertung der Untersuchungen. "Hier liegen Daten brach, die eigentlich unverzichtbar sind für eine integrierte und gezielte Kinder-Gesundheitsvorsorge."

    Für ÖÄK-Schulärztesprecherin Gudrun Weber zählt auch die Beratung von Lehrerinnen und Lehrern zu den schulärztlichen Kernaufgaben. Etwa wenn es darum gehe, gemeinsam mit den Eltern Lösungen zu finden, damit ein krankes oder beeinträchtigtes Kind erfolgreich am Unterricht teilnehmen kann. "Dem Schularzt kommt hier eine wichtige Vermittlerrolle zu, egal, ob es sich um wachstumsbedingte Gelenksprobleme oder um eine psychische Störung handelt." Darüber hinaus unterstützen Schulärzte die Lehrer dabei, Gesundheitserziehung fächerübergreifend umzusetzen.

  • Schulärzte vertrauliche Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler

  • Unverzichtbar sei zudem die Funktion der Schulärzte als erste vertrauliche Ansprechpartner für die Jugendlichen selbst, betonte Weber. In der Pubertät verändere sich der Körper oft rasch und unerwartet, das könne verunsichern. "Oft möchten Schülerinnen und Schüler nicht mit den Eltern über ihre gesundheitlichen Sorgen reden, und zum niedergelassenen Arzt können sie nicht gehen, ohne dass es die Eltern erfahren. Diese Hemmschwelle fällt beim Schularzt weg."

    Schulärztinnen und -ärzte dürfen in den Schulen zwar nicht selbst behandeln - Notfälle ausgenommen. Sie spielen aber bei der Prävention eine außerordentlich wichtige Rolle. Dazu gehören z.B. Impfungen oder die jährliche Schuluntersuchung für Sechs- bis 18-Jährige, die von Schülern und Eltern sehr gut angenommen werde.

    Eine im Rahmen der Schuluntersuchungen häufige Diagnose ist z.B. die Skoliose, eine Verkrümmung der Wirbelsäule, die oft mit Wachstumsschüben einhergeht. Sie ist nicht schmerzhaft und für Laien anfangs kaum erkennbar. Um Spätfolgen zu vermeiden, sollten die genaue ärztliche Abklärung und, wenn nötig, die Behandlung so rasch wie möglich erfolgen. Auch Ekzeme oder Warzen werden oft diagnostiziert. Von vielen Eltern unterschätzt, sollten sie dennoch behandelt werden. Dass ein Kind eine Sehhilfe braucht oder die Brillenstärke nicht mehr passt, stellt sich ebenfalls oft beim jährlichen Sehtest in der Schule heraus. Auch die Zahnkontrolle ist Teil der Schuluntersuchung. Dabei achten die Schulärzte nicht nur auf Zahnfehlstellungen, sondern auch auf Kariesschäden. Das ist allein schon deshalb wichtig, weil die Sechser-Backenzähne nicht zum Milchgebiss gehören und kariesbedingt oft schon im frühen Erwachsenenalter Probleme bereiten.

  • Quelle: Österreichische Ärztekammer

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