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  • John Gabriel Borkman von Henrik Ibsen

  • Aus dem Akademietheater: eine Kritik von Stefan Franke.

  • 29.12.2015
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  • Henrik Ibsen schrieb das Theaterstück Borkman 1896 in Oslo. Beeinflusst wurde der Schriftsteller von einem Vorfall, der die Gesellschaft damals sehr beschäftigte. Ein namhafter Offizier wurde wegen Betruges zu vier Jahren Gefängnishaft und Strafarbeit verurteilt. Nach Verbüßung der Strafe kehrte der Offizier psychisch verändert nach Hause zurück und isolierte sich komplett von der Außenwelt. Niemand fand mehr Zugang, auch seine Frau musste kapitulieren. Ibsen berührte dieser Vorfall sehr, außerdem beschäftigte er sich mit dem Werk des Schriftstellers Georg Brandes, so kam er auch in Berührung mit dessen Theorien über den Philosophen Nietzsche. Besonders die zentralen Thesen vom Übermenschen und dem Willen zur Macht spiegeln sich im Theaterstück John Gabriel Borkman wider.

    Nun zur aktuellen Aufführung: Überall Schnee! Die Figuren versinken, verstecken sich, wühlen darin. Der Schnee ist ein gelungener Gag, mehr aber auch nicht, er erzählt etwas über die Menschen, die ihre Gefühle - so scheint es jedenfalls - an einem versteckten Ort abgegeben haben und emotional sozusagen tiefgefroren sind. Wände und Möbel gibt es keine, stattdessen schneit es ununterbrochen. Eisig ist die Stimmung also im Hause Borkman. Leider wurde der Text etwas bearbeitet, sodass man den ursprünglichen Ibsen kaum noch heraushören kann. Die schauspielerische Leistung ist dennoch ein Traum und Birgit Minichmayr absolut sehenswert!

    Darsteller

    • John Gabriel Borkman - Martin Wuttke
    • Gunhild Borkman, seine Frau - Birgit Minichmayr
    • Erhart Borkman, ihr Sohn - Max Rothbart
    • Ella Rentheim, Gunhilds Zwillingsschwester - Caroline Peters
    • Fanny Wilton - Nicola Kirsch
    • Wilhelm Foldal - Roland Koch
    • Frida Foldal, seine Tochter - Liliane Amuat

  • Quelle: MED-Reporter.at / Stefan Franke

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