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  • Einsatz elektronischer Medien im Gesundheitsbereich

  • MED-Reporter.at Interview: Eine intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema ist unumgänglich.

  • 01.12.2011
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  • Die Schlagworte ELGA und e-Rezept sind in den letzten Monaten in der öffentlichen Wahrnehmung sehr strapaziert worden. MED-Reporter.at befragte Herrn Mag. Dr. Mach, beeideter und zertifizierter Sachverständiger für Medizintechnik, zu diesem Thema. Gibt es im Zuge dieser Berichterstattung überhaupt noch Chancen diese Themen breitenwirksam in ein positives Licht zu rücken bzw. können diese Themen überhaupt in einem überschaubaren Zeitraum realisiert werden?

    Mach: Ich geben Ihnen recht, die Diskussionen waren wahrlich entbehrlich, jedoch zeigen diese Diskussionen auch, dass die elektronischen Medien im Gesundheitsbereich sowohl positiv als auch negativ polarisieren. Daher ist eine intensive Auseinandersetzung dieses Themas unumgänglich. Besonderes Augenmerk muss aber auf eine ehrlich geführte Diskussion gelegt werden. Und die Einbeziehung aller Beteiligten scheint mir unverzichtbar. Wie man sieht, dürfte sich die Ärzteschaft bei der Einbeziehung übergangen sehen. Bei aller Kritik an ELGA und der assoziierten Begriffe, scheinen nach meinem Dafürhalten die Vorteile zu überwiegen.

    Wo sehen Sie konkret einen Benefit für die Verwendung von elektronischen Medien im Gesundheitsbereich?

    Mach: Durch eine einheitliche Kommunikationsstruktur mit dem Sozialversicherungsträger können Redundanzen und ein asynchroner Informationsaustausch weitestgehend vermieden werden. Wichtige Informationen stehen durch eine einheitliche Kommunikationsstruktur absolut zeitnah zur Verfügung. Der Versicherte könnte hierbei auch aktiver und bestimmender Mittelpunkt des Prozesses sein. Außerdem partizipiert er am Sparpotential des Sozialversicherungsträgers (SV).

    Darüber hinaus können Zielgruppen (Risikogruppen) erkannt und gezielt angesprochen werden. Der Vorteil dabei ist, dass nicht in teure "Reparaturmedizin" investiert werden muss, sondern durch Vorbeugungsmaßnahmen eine Menge an Kosten eingespart werden kann. Diese Präventivmaßnahmen können individuell angeboten und vereinbart werden. Die Durchführung und Nachhaltigkeit wird dabei durch die SV koordiniert und begleitet. Ein weiterer Vorteil wäre auch, dass bei Verwendung von Versichertenportalen, die Versicherten alle Leistungen wie Anamnese, Befunde, Diagnosen und bisherige Therapien einsehen können. Für den Fall, dass Patienten Leistungsentgelte einreichen möchten, könnten diese auch auf diesem Wege geschehen. Die Vorteile liegen damit auf der Hand.

    Könnten über diese Kommunikationswege z.B. Anreize zur Aufrechterhaltung der Erwerbsfähigkeit seitens der SV geschaffen werden?

    Mach: Absolut, aus der Sicht der SV werden Gesundheitskrisen besser erkannt und können dadurch effizienter bewertet werden. Durch diese Erkenntnis kann man frühzeitig präventive Maßnahmen einleiten, die eben das Risiko minimieren und den Versicherten durch versäumte Interventions- und Rehabilitationsmaßnahmen in einer verlängerten Erwerbsfähigkeit halten. Positive Ergebnisse für die Versicherten wären, durch spezifische elektronisch gestützte Betreuungsangebote wird der persönliche Nutzen einer bidirektionalen elektronischen Kommunikation mit der SV greifbar und es entsteht so etwas wie "common use".

    Gibt es in der Praxis bereits positive Beispiele wie zwischen Patienten und Gesundheitseinrichtungen kommuniziert wird?

    Mach: Natürlich, ich kann hier als absolut positives Beispiel den e-HealthServiceBus der Firma T-Systems Austria nennen. Dieser e-HealthServiceBus ist ein Webportal, welches eine interaktive Kommunikation zwischen Patienten und Gesundheitseinrichtung zulässt. Dadurch entsteht für alle Beteiligten ein absoluter Nutzen.

    Können Sie für die oben genannten Beispiele jeweils die Nutzen nennen?

    Mach: Der Nutzen für die Patienten (insbesondere die an chronischen Erkrankungen leiden) besteht in erster Linie darin, dass der Patient im Vordergrund steht. Die moderne Gesundheitsversorgung der Zukunft sieht somit vor, dass die Bereitstellung von Befunden für Patienten zeitnah und jederzeit reproduzierbar erfolgt. Der Patient gewinnt dadurch eine Zeit- und Wegersparnis. Die Befunde bzw. Untersuchungswerte sowie etwaige Terminvereinbarungen können jederzeit und ortsunabhängig (ubiquitär) abgerufen werden. Eine intuitive Bedienung des Portals sowie hohe Sicherheitsanforderungen gewährleisten eine einfache Bedienung. Dadurch steigt auch die Lebensqualität der Patienten, weil schnellere Reaktionen auf Untersuchungswerte möglich sind und die Möglichkeit an der Gesellschaft und dem Berufsleben einfacher teilzunehmen nicht abhandenkommen. Weiters kann durch automatische Benachrichtigung bei neuen Informationen über die Behandlung via SMS bzw. E-Mail der Patient zeitnah informiert werden. Auch eine Kommunikation und ein Erfahrungsaustausch zwischen Patienten untereinander, sowie von medizinischem Personal moderierte Kommunikation zwischen Patienten ist möglich.

    Der Nutzen für die Mitarbeiter liegt im Wesentlichen darin, dass eine automatisierte Echtzeitübertragung der Daten vom bestehenden Krankenhausinformationssystem (KIS) in das Portal erfolgt. Daher entsteht kein zusätzlicher Mehraufwand im täglichen Arbeitsablauf für Mitarbeiter. Somit verringert sich auch der administrative Aufwand von Befunden und Terminen für die Organisation. Die Prozessoptimierung durch automatisierte Datenübergabe sowie eine zentralen Bereitstellung von Informationen wirkt sich positiv auf eine hohe Akzeptanz aller User aus. Somit stehen Medizin und Patient verstärkt im Fokus.

    Der Nutzen für das Krankenhaus liegt sicherlich primär in der Kostenersparnis bzw. in einer Reduktion des administrativen Aufwands. Auch die Positionierung als innovatives und zukunftsorientiertes Krankenhaus wird zunehmend für Patienten bei der Wahl einer Behandlung mitbestimmend sein. Der ökonomische Wert einer solchen Lösung für etwa dünn besiedelte bzw. schwach versorgte Regionen samt einer Reduktion von CO² darf man nicht unberücksichtigt lassen.

    Wir danken für das Gespräch.

  • Quelle: MED-Reporter.at | Stefan Franke

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