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  • Allergische Reaktionen auch beim Essen möglich

  • Schwere allergische Reaktionen sind auch durch Nahrungsmittelallergie möglich.

  • 15.03.2012
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  • Anaphylaktische Reaktionen kennen viele nur im Zusammenhang mit einer Bienen- oder Wespengiftallergie. Jedoch wird gerade bei Kindern und Jugendlichen mehr als die Hälfte aller Anaphylaxien durch Nahrungsmittelallergien ausgelöst. Speziell Erdnüsse, Walnüsse, Haselnüsse und Meeresfrüchte verursachen häufig schwere allergische Reaktionen. Insgesamt leiden in etwa zwei bis fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen sowie ein bis zwei Prozent der Erwachsenen an einer Nahrungsmittelallergie. Die Zahl der schweren Reaktionen nimmt in den letzten Jahren zu.

    Nahrungsmittelallergiker müssen immer streng auf die Zutaten ihrer Mahlzeiten achten. Denn nur die kleinste Spur des Allergens kann schwere und sogar lebensbedrohliche Reaktionen auslösen. Der Grund dafür ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems, das harmlose Eiweiße in der Nahrung als gefährlich ansieht und u.a. Histamin freisetzt. "Histamin ist hauptsächlich für die Überreaktionen des Körpers verantwortlich und kann teils heftige Beschwerden verursachen, die Haut, Atemwege, den Magen-Darm-Trakt und sogar das Herzkreislaufsystem betreffen können. Im Speziellen kann sich die allergische Reaktion durch starken Juckreiz, Rötungen und Nesselausschlag am Körper, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall sowie Atemnot bemerkbar machen. Manchmal kommt es zum Kreislaufversagen (Schock), bis hin zur Bewusstlosigkeit. Diese Reaktionen können gemeinsam oder auch alleine auftreten", erklärt OA Dr. Isidor Huttegger, von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg.

    Die Anaphylaxie ist eine rasch beginnende, schwere allergische Reaktion, die tödlich verlaufen kann. "Bei der schwersten Form einer Anaphylaxie (Schock) kommt es zu einem plötzlichen Blutdruckabfall und einem Zusammenbruch des Kreislaufs. Wenn nicht schnell gehandelt wird und Notfallmedikamente verabreicht werden, kann ein allergischer Schock tödlich enden", so Huttegger. Die Behandlung mit Adrenalin soll spätestens beim Auftreten von pulmonaler oder Herz-Kreislauf-Symptomatik unverzüglich erfolgen, besonders bei einem bekannten Asthma bronchiale. Bei bekannter Nahrungsmittelallergie mit einer schweren Reaktion in der Vergangenheit sollte bei versehentlicher Allergenaufnahme Adrenalin noch früher, bereits bei den ersten Anzeichen einer Reaktion gegeben werden. Ziel der Therapie ist es einen Schockzustand zu verhindern bzw. sehr rasch zu behandeln. Danach heißt es unverzüglich den Notarzt rufen.

  • Adrenalin als Lebensretter

  • Da bei einem anaphylaktischen Schock nur wenige Minuten über Leben und Tod entscheiden können, müssen Allergiker, die bereits einmal entsprechende Reaktionen gezeigt haben oder gefährdet sind, die Notfallausstattung stets bei sich tragen. Eine "Notfallapotheke" enthält meist Kortison und Antihistaminika, die entzündungshemmend und abschwellend wirken, einen sehr verzögerten Wirkungseintritt haben und bei leichteren allergischen Reaktionen eingesetzt werden. Huttegger: "Das wichtigste Notfallmedikament ist aber Adrenalin. Es gilt als Mittel der ersten Wahl bei Anaphylaxie, da es innerhalb weniger Minuten den Kreislauf stabilisieren und schwere Schockreaktionen verhindern kann. Adrenalin steht in Form eines Autoinjektors zur Verfügung. Die Handhabung muss regelmäßig geübt werden, damit die Verabreichung auch in der Notfallsituation möglichst sicher funktioniert. Neben den Betroffenen selbst ist es auch wichtig, dass Eltern und Erziehende die Handhabung beherrschen." Auch Betreuungspersonen in Kindergärten und Schulen müssen über die Nahrungsmittelallergie des Kindes informiert werden und sollten ebenfalls sicher in der Anwendung des Autoinjektors sein. In manchen Fällen empfiehlt es sich zwei Adrenalin-Pens bei sich zu tragen.

  • Ein Viertel der Anaphylaxien durch Erdnüsse ausgelöst

  • Der Großteil der durch Nahrungsmittel verursachten Anaphylaxien bei Kindern und Jugendlichen wird durch Hülsenfrüchte wie Erdnüsse (31%), Walnüsse und Haselnüsse (25%) sowie tierische Produkte wie Kuhmilch und Hühnerei (23%) ausgelöst. Obst und Gewürze folgen mit je 4%, Gemüse und Getreide mit nur 3%. Das gefährlichste Nahrungsmittel ist die Erdnuss: Ein Viertel aller anaphylaktischen Schocks werden durch sie ausgelöst - gefolgt von Haselnuss, Kuhmilch und Ei [1]. "Um allergische Reaktionen zu verhindern, sollte in erster Linie versucht werden das allergieauslösende Lebensmittel zu vermeiden. In der Praxis ist das aber trotz Instruktion durch eine erfahrene Diätologin gar nicht so einfach. Beispielsweise kann Schokolade ohne Nüsse trotzdem Spuren des Nuss-Eiweißes enthalten und allergische Reaktionen auslösen", verdeutlicht Huttegger. Und auch sonst können verschiedene Nahrungsmittel versteckte Allergene beinhalten. Eine 100-%ige Allergenkarenz ist daher kaum realisierbar.

  • Kreuzreaktionen durch Pollenallergien

  • Bei Erwachsenen spielen vorwiegend pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien, auch Kreuzreaktionen genannt, eine Rolle. Pollenallergene gleichen in ihrer Struktur bestimmten Eiweißen in Nahrungsmitteln. Das bedeutet, dass ein Pollenallergiker beim Erstkontakt mit einem verwandten Molekül in einem Nahrungsmittel ebenfalls mit allergischen Symptomen reagieren kann. Mittlerweile leiden nahezu 60% der Pollenallergiker an einer Kreuzallergie. So reagieren etwa Birkenpollen kreuzweise mit div. Nuss-Sorten, Äpfeln, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Kiwi, Kartoffeln, Tomaten und Karotten. Der regelrechte Boom von Sojaprodukten in den letzten Jahren ließ beispielsweise die Sojaallergie aufgrund der Kreuzreaktion mit Birkenpollen stark ansteigen. Bei einer Beifußpollenallergie können wiederum Kreuzreaktionen mit Sellerie, Gewürzen und Karotten auftreten. Die Symptome dieser Kreuzreaktionen beschränken sich meist auf die Mundschleimhaut, im Einzelfall können aber auch schwere systemische Reaktionen auftreten (z.B.: Soja).

  • Gesicherte Diagnose durch Allergie-Experten

  • Da Nahrungsmittelallergien nicht zu unterschätzen sind, müssen erste mögliche Anzeichen einer Allergie unbedingt ernst genommen und fachkundig abgeklärt werden. Die Notfallmedikamente werden dann vom Arzt nach einer gesicherten Diagnose und Indikation auf Kassenrezept verschrieben. Denn auch wenn die erste allergische Reaktion harmlos verlaufen ist, kann je nach Auslöser jeder weitere Kontakt mit dem Allergen stärkere Beschwerden oder sogar eine Anaphylaxie auslösen.

  • Quelle: Paracelsus Medizinische Privatuniversität

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